EU-Flugrechte für Reisende

Die Rechte von Flugpassagieren und die Pflichten der Airlines werden in der Fluggastrechteverordnung (EG) Nr. 261/2004 festgehalten. Darin haben das Europäische Parlament und der Europäische Rat festgelegt, in welchen Fällen Fluggesellschaften Entschädigungszahlungen zu entrichten oder andere Leistungen gegenüber den Passagieren zu erbringen haben.

Sie sind jetzt gerade am Flughafen und von einer Flugverspätung, einer Flugstornierung betroffen oder Ihnen wurde das Boarding aufgrund von Überbuchung verweigert?

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Für welche Flüge gilt die EU-Fluggastrechteverordnung?

Die europäischen Fluggastrechte gelten für alle Flüge, die in der EU starten, aber auch für Flüge, die in der EU landen, sofern die ausführende Fluggesellschaft ihren Sitz in einem EU-Land hat. Die Fluggastrechteverordnung bezieht sich gleichermaßen auf Linien-, Charter- und Billigflüge. Neben den EU-Ländern gilt die Fluggastrechteverordnung mit Einschränkungen zusätzlich in Island, Norwegen und der Schweiz. Weitere Infos hier.

Die EU-Verordnung gilt, wenn:

  • Ihr Flug in der EU gestartet ist oder aber Ihr Flug in der EU gelandet ist und die ausführende Fluggesellschaft Ihren Sitz in der EU hat.
  • Unabhängig davon, ob Ihr Flug ein Linien-, Charter-, Billigflug oder Teil einer Pauschalreise etc. war.

Die EU-Verordnung gilt nicht, wenn:

  • Sie zu spät zur Abfertigung da waren, denn in diesem Fall kann sich die Airline meist auf Selbstverschulden berufen. Seien Sie also mindestens 45 Minuten vor Abflug am Gate
  • Wenn Sie einen Tarif nutzen, welcher der Öffentlichkeit nicht mittel- oder unmittelbar zur Verfügung steht. Das betrifft aber nicht Tickets aus Werbe- und Kundenbindungsprogrammen.

In Deutschland können Entschädigungsansprüche bis zu drei Jahre nach dem ursprünglich geplanten Flugdatum eingereicht werden. In anderen EU-Ländern gibt es möglicherweise abweichende Fristen.

Welche Ausnahmen kennt die EU-Fluggastrechteverordnung?

Ihre Rechte können Passagiere immer dann geltend machen, wenn zeitliche Unregelmäßigkeiten durch Umstände verursacht worden sind, die zum Verantwortungsbereich der Airline gehören. Liegen dagegen sogenannte “außergewöhnliche Umstände” vor, die die Fluggesellschaft nicht beeinflussen kann, sind die Verpflichtungen des Luftfahrtunternehmens teils stark eingeschränkt. Zu solchen Umständen zählen extreme Wetterbedingungen, eine Aschewolke oder auch Streiks.

Die Formulierungen bzgl. außergewöhnlicher Umstände in der EU-Fluggastrechteverordnung ist jedoch allgemein gehalten und lässt Raum für Interpretationen. Der Europäische Gerichtshof hat z.B. in einem Urteil aus dem Jahre 2015 entschieden, dass vermeidbare technische Probleme nicht zu den sogenannten “außergewöhnlichen Umständen” gehören (AZ C-257/14). Was letztendlich als außergewöhnlicher Umstand anerkannt wird, hängt grundsätzlich von der Rechtsprechung des jeweiligen Landes ab.

Fluglinien berufen sich immer wieder auf solche, nicht von ihnen zu vermeidende Umstände, um derart Entschädigungszahlungen zu entgehen - auch wenn dies eigentlich nicht zulässig wäre. Für betroffene Fluggäste ist es dann häufig schwierig, das Gegenteil zu beweisen. refund.me vertritt Sie gegenüber der Airline und kämpft für Ihre Rechte, notfalls auch vor Gericht. Erfahren Sie hier mehr zu außergewöhnlichen Umständen und der bisherigen Rechtsprechung.

Beispiele für außergewöhnliche Umstände

  • Streiks
  • Radarausfall

Diese Ansprüche haben Sie gegenüber der Fluglinie

Für Passagiere sind vor allem drei Ansprüche relevant, die sich aus der EU-Verordnung 261/2004 ergeben.

Ersatzleistungen

Hierbei handelt es sich um eine Erstattung der Ticketkosten oder eine Ersatzbeförderung. Dies betrifft vor allem Personen, denen das Boarding verweigert wurde oder deren Flug ausgefallen ist. Aber auch Fluggäste, deren Flug mehr als 5 Stunden verspätet ist, können Ersatzleistungen in Anspruch nehmen.

Versorgungsleistungen

Auch als Betreuungsleistungen bezeichnet. Wenn Sie unverhältnismäßig lange auf Ihren Flug warten müssen, ist die Airline dazu verpflichtet, Sie mit dem Notwendigen zu versorgen. Dazu gehören neben Getränken und Snacks auch eine Übernachtung im Hotel sowie Transfer, wenn die Umstände dies notwendig machen.

Ausgleichszahlungen

Diese werden auch Ausgleichszahlungen genannt. Im Falle von Nichtbeförderung, einer Verspätung von über 3 Stunden oder einem ausgefallenen Flug können Sie Anspruch auf eine Entschädigungszahlung von bis zu 600 Euro haben. Die Höhe der Entschädigungszahlung richtet sich nach Flugdistanz und Dauer der Verspätung.

Nicht selten werden Ersatzleistungen und Entschädigungszahlungen gleichzeitig anwendbar – etwa wenn bei einem Flugausfall zusätzlich zur Ersatzbeförderung noch eine Entschädigung wegen einer zu langen Wartezeit fällig wird.

Die Fluglinien sind dazu verpflichtet, Sie schriftlich vollständig und korrekt über Ihre Rechte zu informieren. Sie können entsprechende Informationen am Abfertigungsschalter oder am Flugsteig einfordern.

Welche Fälle kennt die EU-Fluggastrechteverordnung?

Grundsätzlich werden 3 unterschiedliche Fälle durch die Fluggastrechteverordnung bedacht. (Klicken Sie auf die Icons, um mehr zu diesen Einzelfällen zu erfahren.)

Obwohl die EU-Fluggastrechteverordnung diese drei Fälle unterscheidet, gelten bestimmte Bestimmungen unabhängig davon, ob Ihre Reise von einer Flugverspätung, einem Flugausfall oder einer Überbuchung betroffen ist.

Wann gibt es Versorgungsleistungen?

Versorgungsleistungen (auch Betreuungsleistungen genannt) werden immer dann fällig, wenn Sie als Passagier unangemessen lang warten müssen. Von dieser Versorgungspflicht entheben die Fluglinie auch keine außergewöhnlichen Umstände. Das heißt, dass selbst wenn die Airline nichts für die Verzögerung kann, sie Ihnen entsprechende Leistungen anbieten muss. Wann eine Wartezeit als unangemessen angesehen werden kann, ergibt sich nach folgender Tabelle:

Innerhalb der EU

  • Bis 1.500 km Flugstrecke: ab 2 Stunden Verzögerung
  • Bei mehr als 1.500 km Flugstrecke: ab 3 Stunden Verzögerung

Außerhalb der EU

  • Bis 1.500 km Flugstrecke: ab 2 Stunden Verzögerung
  • Bei 1.500 – 3.500 km Flugstrecke: ab 3 Stunden Verzögerung
  • Bei mehr als 3.500 km Flugstrecke: ab 4 Stunden Verzögerung

Was sind Versorgungsleistungen?

  • null

    Essen & Trinken

    Ihnen steht Verpflegung in Form von Essen und Trinken im angemessenen Verhältnis zur Wartezeit zu.

  • null

    Telefonate & Internet

    Ebenfalls dürfen Sie bis zu zwei Telefonate, E-Mails oder Fax-Nachrichten auf Kosten der Fluglinie tätigen.

  • null

    Übernachtung & Shuttle

    Zeichnet sich ab, dass die Wartezeit eine Übernachtung notwendig macht, muss die Airline für Ihre Hotelübernachtung aufkommen. Sie muss zudem den Transfer dorthin und wieder zurück zum Flughafen bezahlen.

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HINWEIS: Wir prüfen zunächst jeden neuen Fall nach EU-Gesetz. Wenn es hier kein positives Ergebnis gibt, prüfen wir auch nach den Passagierflugrechtsgesetzen von Kanada, Indien, der Türkei, Ukraine.