Was ist bei einer unwetterbedingten Flugverspätung oder einem Flugausfall zu beachten?

RFM, bad flights-16Unwetter kann den Flugverkehr über längere Zeiträume lahmlegen. Besonders im Winter kann es zu wetterbedingten Flugausfällen und Flugverspätungen kommen. Strenger Frost und starker Schneefall können die Start- und Landebahnen unbefahrbar machen und fehlende Enteisungsmittel können dafür sorgen, dass das Abheben unmöglich wird. Doch nicht immer lässt sich Unwetter als außergewöhnlicher Umstand klassifizieren, der die Fluglinie von der Leistungsausführung befreit.

Eines lässt sich feststellen: Schlechte Wetterbedingungen gehören zu den beliebtesten Ausreden der Airlines, um dem Entschädigungsantrag des Passagiers nicht stattzugeben. Auch wenn das Wetter der Grund einer Flugverspätung oder eines Flugausfalls war, sollten die Passagiere ihre Rechte kennen und wissen, dass sie nicht auf dem Flughafen stranden und selbst sehen müssen, wie es weitergeht.

Rechte der Fluggäste bei Unwetter

Der Fluggast kann einen Anspruch auf Beförderung zum ursprünglich gebuchten Flughafen erheben. Wenn dies nicht per Flugzeug passieren kann, ist die Fluglinie verpflichtet, dem Passagier  eine andere Transportoption anzubieten.  Wenn der Fluggast diese Möglichkeit als keine für ihn geeignete Alternative sieht, hat er ein Anrecht auf die Rückerstattung der gesamten Ticketkosten.

Wenn die Verspätung mehr als zwei Stunden andauert und die Flugstrecke bis 1500 km umfasst, kann der Passagier von der Airline die Erbringung von Betreuungsleistungen verlangen.  Wenn schlechtes Wetter sich bis in die Nacht hinein zieht und der Alternativflug erst am darauffolgenden Tag starten kann, muss die Airline die Kosten für eine Hotelübernachtung, Mahlzeiten und Getränke, als auch für telefonische Kommunikation übernehmen. Wenn das Unwetter sich zeitlich in die Länge zieht und der Passagier an einem Ort festsitzt, sollte er wissen, dass die Betreuungsleistungen zeitlich unbegrenzt sind. Das heißt, dass die Fluglinie die Kosten von Übernachtungen übernimmt, während der Fluggast auf günstige Wetterverhältnisse wartet.

Wann stellt das Extremwetter einen außergewöhnlichen Umstand dar?

Die extrem schlechten Wetterbedingungen können als „außergewöhnlicher Umstand“ bezeichnet werden, wenn sie das Abheben gefährlich oder unmöglich machen. Unsere Vertragsanwälte berichten allerdings häufig darüber, dass die Airlines den Begriff „Unwetter“ nicht selten als Ausrede für Flugverspätungen und Flugausfälle missbrauchen. Es liegt im Verantwortungsbereich der Airline, zu gewährleisten, dass die Flugzeuge reibungslos abheben können. Wenn die Fluglinie nicht imstande war, Enteisungsmittel zu besorgen, stellt dieser Sachverhalt keinen außergewöhnlichen Umstand dar. Es ist wichtig, zwischen wetterbedingter Überschreitung der Dienstzeit der Crew unterscheiden und schlechtem Wetter selbst als Grund der Verspätung. Im ersten Fall tritt kein außergewöhnlicher Umstand ein, sondern die Airline ist verpflichtet entweder den Flug zu gewährleisten oder eine hohe Entschädigung zu zahlen.

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Wann habe ich
das Recht auf eine
Entschädigungsleistung?

Nach der EU-Verordnung 261/ 2004 steht Flugpassagieren bei Verspätungen und Ausfällen von Flügen eine Entschädigung zu. Gleiches gilt bei Überbuchungen und Annullierungen.

Unter welchen Voraussetzungen gilt der Entschädigungsanspruch?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  1. Sie sind mit einer beliebigen Airline (auch Nicht-EU) von einem Flughafen innerhalb Europas aus abgeflogen oder
  2. Sie sind mit einer europäischen Airline an einem Flughafen innerhalb Europas angekommen
  3. Ihr Flug hat sich um mindestens drei Stunden verspätet
  4. Ihr Flug ist ausgefallen
  5. Ihr Flug war von Überbuchung betroffen. Deshalb konnten Sie kurzfristig keinen Platz mehr erhalten
  6. Sie haben Ihren Anschlussflug verpasst. Aus diesem Grund haben Sie Ihren Zielflughafen mit wenigstens drei Stunden Verspätung erreicht

Wer kann einen Entschädigungsanspruch geltend machen?

Das Recht auf Entschädigung kann jeder Mensch auf dieser Welt für sich in Anspruch nehmen. Er muss kein Bürger der EU sein. Das einzige Kriterium besteht darin, dass eine oder mehrere der oben aufgeführten Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Vielleicht sind Ihnen andere Fluggäste bekannt, die innerhalb der letzten drei Jahre Schwierigkeiten mit einem Flug hatten? Wir freuen uns, wenn wir auch Ihren Bekannten helfen könnten.